Die Geschichte der Nanotechnologie
Wie sich die Nanotechnologie entwickelt hat, lässt sich schwer von anderen Bereichen abgrenzen, da sie das Produkt einer ständigen Weiterentwicklung verschiedener anderer Technologien ist. Interessant ist jedoch, dass Visionäre bereits vor einem halben Jahrhundert sehr präzise voraussagen konnten, wie sich die Forschung entwickeln wird. Richard P. Feynman erkannte bereits 1959 – in einer Zeit in der selbst die besten Mikroskope nicht einmal ansatzweise nanoskalige Partikel abbilden konnten –, dass man durch die Entwicklung präziserer Mikroskope in den kommenden Jahrzehnten in der Lage sein würde, einzelne Atome abzubilden und diese sogar einzeln zu bewegen. In seiner legendären Rede „There is plenty of room at the bottom“ setzte er die Maßstäbe für die künftige Entwicklung. Feynman wird deshalb heute oft als Begründer der Nanotechnologie gesehen, obwohl er selbst keinen wissenschaftlichen Beitrag auf diesem Gebiet geleistet hatte.
Der technologische Durchbruch kam 1981, als es einer Gruppe US-amerikanischer Forscher der IBM mit dem neu entwickelten Rastertunnelmikroskop (RTM)
erstmals in der Geschichte der Menschheit gelang, ein einzelnes Atom graphisch abzubilden . Dies war aber nicht der einzige Grund, aus dem den Entwicklern der Nobelpreis verliehen wurde. Denn die Technik des RTM ist zugleich auch die Grundlage für Geräte, mit denen es möglich wurde, Nanopartikel nicht nur abzubilden, sondern sie auch gezielt zu manipulieren (siehe auch: Der Bottom-Up Ansatz).
