Die Grenzen der Mikroskopie
Bei klassischen optischen Mikroskopen erreicht die Auflösung durch die Wellenlänge des sichtbaren Lichts eine unüberwindbare Grenze (das sogenannte Abbe-Limit). Da diese etwa bei 500nm liegt, ist es unmöglich, kleinere Strukturen abzubilden, da es ansonsten zu Beugungserscheinungen kommt. Auch die frühen Elektronenmikroskope in den 30ern und 40ern konnten präzise Aufnahmen nur im Bereich von vielen Nanometern erstellen, zur Strukturgröße von Atomen vorzustoßen, schien mit damaliger Technik unmöglich. Es war also notwendig, eine grundsätzlich neue Technik zu entwickeln, um extrem Kleines sichtbar zu machen.
Erstmalig in den 80er Jahren wurden dann Mikroskope entwickelt, die die Oberfläche nicht mehr bestrahlen, sondern mit einer Sonde „abtasten“. Entscheidend dabei ist jedoch, dass die Oberfläche nicht tatsächlich berührt wird, denn ansonsten wäre sie sehr schnell manipuliert oder gar zerstört. Der Begriff der Berührung ist in diesem Sinne ohnehin nicht angebracht, denn schließlich muss zunächst definiert werden, wann sich zwei Atome berühren, was sich schon aufgrund des „diffusen“ Rands eines Atoms nicht präzise bestimmen lässt.
Man nähert die Sonde der Oberfläche also so weit, dass die Wechselwirkung zwischen den beiden äußersten Atomen zwar messbar ist, die Probe aber jedoch noch nicht beeinflussen kann. Auf diesem schmalen Grad entwickelte sich dann die Rastersondenmikroskopie.
